Anlagestrategien     Nicht wie der Wind weht , wie die Segel stehen , bestimmt den Kurs  (Seneca)
Es kommt nicht darauf an , die Zukunft vorauszusagen  , sondern darauf auf sie vorbereitet zu sein.
(Perikles)
Es ist gewinnbringender, 1 Tag im Monat über Geld nachzudenken , als 30 Tage dafür hart zu arbeiten.
(Rockefeller)
 
 
 
Inhalt:                                        1.         Grundsätze
                                                               Anlageziel , Renditeziel , Grundregeln
                                                               Depotabsicherung , Niedrig-Zinsphase
                                                               Geld parken , Kontoeröffnung für Brasilianer
                                                  2.          Anleihen / bonds / debentures
                                                               Anleihenkauf , Typen von Anleihen
                                                  3.          Aktien
                                                               Allgemeine Grundsätze , Dividende ,
                                                               Investment-Möglichkeiten , Kauf-u. Verkaufkriterien ,
                                                               Fundamentalanalyse  nach Levermann
                                                  4.          Gold / Rohstoffe
                                                  5.          Devisen
                                                  6.          Zertifikate
                                                               Express , One - Step ,  Bonus , Discount
                                                  7.          Geschlossene u. Offene Fonds  /  Immobilien
                                                  8.          Optionsscheine , CFDs
                                                               Call und Put , Inliner
                                                  9.          Rente
                                                 10.         Recht und Steuern
                                                               Dokumentation , Provisionen ,
                                                               Einlagensicherung, Erbrecht ,                                                              
                                                               Abgeltungssteuer
                                                 11.         Resümee
 
 
                                              

1. Grundsätze:
 
Die Kapitalanlage ist für zahlreiche Lebensziele Grundlage und Voraussetzung:
Wohnung,Familie,Urlaub,Alterssicherung,finanzielle Unabhängigkeit usw.
Für diese Ziele müssen wir arbeiten , aber Arbeit allein reicht nicht aus. Von Rockefeller stammt der Satz: „
Es ist gewinnbringender, 1 Tag im Monat über Geld nachzudenken , als 30 Tage dafür hart zu arbeiten.
Dieses Nachdenken über Geld führt uns zur geschickten Kapitalanlage.    Dazu soll diese Schrift Anregungen geben.
    Gute Kapitalanlagen sind oft besser , als Geld auszugeben ,   um es in eine eigene Firma zu investieren. Denn:
Erstens: 90% aller Firmenneugründungen in Dtld sind nach 1 Jahr schon wieder pleite
(Zahl stammt von Carsten Maschmeyer AWD in einer Talkshow). Das unternehmerische Risiko des Totalverlustes ist also hoch.

Zweitens: Im dt. Steuersystem werden Unternehmensgewinne nach der Progressionstabelle höher besteuert als Gewinne aus Kapitalanlagen (Abgeltungssteuer)
 
Das
Instrumentarium des Privat-Anlagers
-
er sollte über mehrere Bankverbindungen verfügen , um per „Ideen-picking  die besten Ideen der diversen Berater herauszufiltern
-
er sollte sich regelmäßig in  seriösen Finanzzeitungen informieren   wie „Euro am Sonntag , Finanzteil der „Welt , evt. Börsenbrief
-
er sollte regelmäßig sein(e) Depot(s)  online überwachen
Aber Achtung: Es gibt unzählige Börsendienste , die teils astronomische Gewinne versprechen.
Hier gilt: Wären diese Gewinne real , dann würde niemand mehr einen solchen Börsendienst herausgeben , sondern lieber selbst nur noch von phantastischen Gewinnen leben.
Ja es geht noch weiter: Niemand würde mehr arbeiten , sondern alle würden nur noch von der Spekuation leben.  Unsere Wirtschaft würde zusammenbrechhen. Es
kann also mit reiner Spekulation nicht funktionieren.  
 
Euro am Sonntag ist auch in digitaler Form erhältlich. Vorteile: weltweit abrufbar und Preisersparnis (2,99 statt 3,90 Ђ am Kiosk). Der Pfad lautet:
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              Jahresabo   -   oder Einzelausgabe

 
 
                                                                                                  
  1.1 Das Anlageziel:
 
Kapitalanlagen dienen zuerst  dazu, das materielle Familiengut vor Inflation zu sichern.
Bei 2% Inflation halbiert sich die Kaufkraft eines Kapitals in 30 Jahren ,
bei 3%  Inflation halbiert sich die Kaufkraft schon in 20 Jahren.
Die offiziell auf der Basis eines „Warenkorbes ausgewiesene Inflation ist oft niedriger (1-2%) als die Inflation der Güter des täglichen Bedarfs (Nahrung, Medikamente , Energie usw.).
Die Kapitalanlagen sollen also mindestens die Inflation ausgleichen und natürlich den Bestand des Kapitals sichern.
Darüber hinaus gehende Gewinne stehen erst an zweiter Stelle. Denn mehr Gewinn bedeutet auch i.d.R. Mehr Risiko. Ein Erfolg ist es schon  wenn man das Kapital erhält und die Inflation ausgleicht. Bestandsschutz first = safety first.  (So sieht es übrigens auch der Chef der seit 350 J, bestehenden Privatbank gleichen Namens Friedrich von Metzler , laut „Spiegel Nr. 23 / 4.6.2012 / S. 78 )
 
    Wichtig ist , sich bei spekulativen Kapitalanlagen überhaupt  ein Ziel zu setzen , d.h. Wenn das Ziel erreicht ist , soll man verkaufen und den Gewinn mitnehmen , bevor er wieder dahin schmilzt wie der Schnee in der Sonne.
Nicht selten geschieht es , dass eine Anlage gewählt wird , sich diese dann gut entwickelt  , aber die Kursgewinne „verschlafen werden , weil man sich vielleicht zu selten um das Depot kümmert oder aber denkt , die Kurse werden immer weiter steigen. Dann kommt irgendwann eine Krise und die Gewinne sind alle wieder weg.
Merke: den optimalen Zeitpunkt zum Verkauf , also den Kurs im absoluten Zenit , erwischt man sowieso niemals. Es ist völlig ausreichend , mit einem guten Gewinn zu verkaufen.

 
 
                                                                                                  
 1.2 Das Renditeziel:
 
 
Untersuchungen zu empirischen Renditeerwartungen zeigen folgendes:
 
risikoarme Anlage /%                  0           20        40         50          60         80         90
 
risikoreiche Anlage / %              100        80        60         50         40          20         10
 
langfristige
durchschnittl.                               9,3         8,1       6,8        6,1        5,4         3,9        3,1
Rendite p.a./ %
 
Mindestanlagehorizont / J.           11          9           7            6           4           2          2
 
                                                                                  (Quelle: Referat von Davor Horvat b.d. KZV St, 21.05.14)
 
Mit Anleihen werden im langjährigen Durchschnitt ca.
3-4 % erzielt.
Aktienanlagen erzielen im langjährigen Durchschnitt
8-9% (inclusive der Dividenden).
Mit einem ausgewogenen Depot ist also eine langfristige Rendite von
6% erzielbar.
Ausgewogen bedeutet: ca. 50% Anleihen und 50% Aktien.
 
Die empirischen Renditen für vermietete Immobilien liegen übrigens darunter: nur 3-4%.
Voraussetzung dafür sind Kostensparende Anlagen: Anleihen , Aktien , ETFs.
Gemanagte Fonds und Vermögensverwaltungen , Renten  und Lebensversicherungen fressen
den Großteil der Rendite auf für Vertriebs -, Verwaltungs -, Managementgebühren etc.  (s. IX)
 
Die tatsächlich am Markt erzielten Renditen sind (leider) bescheidener als Banken und Anlageberater das oft suggerieren möchten. Sie liegen nämlich aktuell nur bei durchschnittlich etwa
2% im Jahr. Die DAB-Bank hat dazu im Jahr 2012 eine Studie veröffentlicht. Darin werden regional differenziert die Renditen im 1. Halbjahr 2012 gezeigt:
 
                                   Berlin                                                                  2,3
                                    Düsseldorf                                                 1,9
                                    Köln                                                  1,5
                                    Hannover                                          1,4
                                    Frankfurt                                         1,2
                                    Bremen                                            1,2
                                    Duisburg                                       1,0
                                    Dresden                                       0,9
                                    Leipzig                                       0,8
                                    Hamburg                                   0,7

                                    Nürnberg                         0,2
                                    Stuttgart                         0,1
                       -0,1       Essen
                     -0,2         Dortmund
        -1,2                      München                                       (Quelle DAB-Bank , aus: Die Welt vom 17.8.12,.S. 17)
 
Der norwegische Staatsfonds , für den allerdings eine risiko-behaftete Aktienquote von 60% vorgeschrieben ist , hat ein Renditeziel von
4% im Jahr.
Neben dem Anlageerfolg entscheidet der Faktor Zeit , d.h. Der Zinseszinseffekt , über das Anlageergebnis.  So werden z.B. aus 10.000 Ђ  bei 5% durchschnittlicher Verzinsung in 20 Jahren 26533 Ђ.
Der Zinseszins-Effekt hilft bei der Kapitalanlage:
Die folgende Formel gibt an , wie lange es bei einem bestimmten Jahresgewinn braucht , bis sich das ursprüngliche Kapital verdoppelt hat:
 
                      
 72  :    Gewinn p.a. In %   =   Jahre bis zur Kapitalverdoppelung
 

Konservative Anlage:  Kernstück und Basis des Depots sind daher Anleihen. Sie geben Sicherheit und einen Grundstock an risikoarmer Rendite. Aber auch im Anleihen-Segment gibt es Varianten mit mehr Risiko und daher auch mehr Rendite: s. Fremdwährungs- u. Nachrang-
Anleihen.  Risikoreichere Anlagen werden in geringerem Umfang hinzugemischt (Aktien, Fonds, Rohstoffe).
 
Bei Bankberatern und „freien Beratern stets vorsichtig sein.  Sie nennen sich zwar
Berater sind aber eigentlich Verkäufer , denen es um die Provision geht.Ausnahme: Honorarberatung bei derQuirinbank.
Auf sog. Analysten kann man auch nicht vertrauen. In den meisten Fällen liegen sie nämlich falsch. Am besten schnitten 2009/10 die Analysten von Goldman-Sachs ab. Aber auch sie lagen nur in 30 von 79 Aktienprognosen richtig , also deutlich weniger als der Hälfte (Die Welt , 8.10.2010).
 
 
 
                                                                                                1.3  Hier einige Grundsätze:
 
(1)
Anlagen streuen: „Lege nie alle Eier in einen Korb , verteile das Risiko ! (Diversifizierung)
 
(2)
Verluste möglichst vermeiden. Dazu können stopp-loss Kurse gesetzt werden. . Bei Erreichen dieser Marke wird das Wertpapier automatisch verkauft. Außerdem gilt der Grundsatz: Verluste begrenzen , Gewinne laufen lassen. D.h. Ein verlustbringendes WP nicht aus falschem Stolz halten. Lieber rechtzeitig umschichten. .Denn Verluste schmälern die finanzielle Basis , aus der heraus mit späteren Gewinnen die Verluste wieder ausgeglichen werden können. Das verbleibende Kapital muss erheblich höhere Renditen erzielen , um die Verluste wieder auszugleichen: siehe Tabelle:
 
Wertverlust   in %        notwendige Ausgleichsrendite:
10                                  12
20                                  25
30                                  43
40                                  67
50                                 100    
80                                 400
 
(3)
Das magische Dreieck der Geldanlage.  Dabei handelt es sich um drei Ziele der Geldanlage , die „Magie besteht darin , dass sie sich nicht unter den sprichwörtlichen gemeinsamen Hut bringen lassen. Dabei handelt es sich um.    Sicherheit   -   Rendite -  Liquidität     (Verfügbarkeit)  
Sie verhalten sich wie die Eckpunkte eines Dreiecks. Je mehr ich mich einem oder auch zwei Eckpunkte nähere , desto weiter entferne ich mich von dem / den anderen.
Dennoch muss man versuchen , alle drei Ziele in einer ausgewogenen Balance zu halten.
 
Bei den verschiedenen Anlageklassen in Kapitel I bis VII  habe ich je ein Säulendiagramm dieser drei „Eckpunkte erstellt .   Je höher die jeweilige Säule , desto höher ist derjenige Wert.

(4)
Antizyklisch kaufen , denn:  Jede Krise ist eine Chance:
Im Verlauf der Kapitalmarktentwicklung hat es immer wieder Krisen gegeben:
1929        schwarzer Freitag (25.10.), i.d.Folge: erste Welt-Wirtschaftskrise
1973/74   Ölkrise
1987        Börsencrash, schwarzer Montag (19.10)
1997        Asienkrise
1998        Russlandkrise (Liquiditätskrise Russlands)
2000 -03  Internetblase , dotcom-Krise , nine-eleven-.Krise
2008        2. Welt-Wirtschaftskrise , Subprime-Krise, Konkurs Lehman Brothers
2011  f     Euro-Krise  (Schuldenkrise der Euro-Staaten)
Alle Krisen hatten eines gemeinsam: Nach jeder Krise gab es eine anschließende deutliche Erholung im Langfrist-Chart. D.h. Gegen Ende der Krise , wenn die ersten Erholungszeichen am Horizont auftauchen , ist der Zeitpunkt zum Kauf eines ETFs auf den DAX oder Dow Jones oder
S & P 500 etc. Wer kauft „wenn die Kanonen donnern , macht oft die besten Gewinne.

 
Wichtige Zusammenhänge
 
Gute Konjunktur, gute Unternehmensgewinne
   Aktien im Plus
       Zinsen steigen (die Notenbanken heben die Zinsen an , weil sonst Inflationsgefahr besteht)
           Kurse von Anleihen fallen
               Renditen von Anleihen steigen (da man sie ja billiger kaufen kann)
 
Geldkurs / Briefkurs: Die Namen bezeichnen immer das , was ich bekomme
Geldkurs Ich verkaufe mein Wertpapier und bekomme Geld dafür
Briefkurs: Ich kaufe das Wertpapier und bekomme eben dieses, sozusagen den „Brief
 
 
                                                                        
 1.4 Depot  Absicherung
 
 
Zur Absicherung des Depots gegen fallende Kurse gibt es eine Reihe von Instrumenten.
 
Stopp-loss:  Bei Erreichen der vom Anleger vorgegebenen Verlustgrenze wird ein Verkaufsauftrag zum nächst handelbaren Kurs ausgeführt.
Trailing stopp-loss: Der Anleger gibt nur den prozentualen Abstand vom Höchstkurs vor.  Steigt das Wertpapier weiter , so wird der stopploss automatisch nach oben mit gezogen. Er bleibt aber immer im vorgegebenen Abstand vom Höchstkurs.
Vorteil: Der stopploss kostet bis auf eine geringe Bankgebühr kein Geld.
Die im folgenden aufgeführten Instrumente kosten dagegen Geld , wenn das versicherte Ereignis nicht eintritt.
 
Short-ETF:  Er entwickelt sich genau spiegelbildlich zum zugrunde liegenden Index.
Wenn z.B. der DAX um 2% abgibt , dann nimmt der Short ETF auf den DAX um 2% zu.
 
Reverse-Bonus-Zertifikate: Der Bonus wird gezahlt , wenn eine obere Barriere vom Basiswert nicht überschritten wird.  
 
Put-Optionen:   Die Put-Option verbrieft das Recht , den Basiswert zu einem bestimmten Kurs unterhalb des aktuellen Kurses zu verkaufen. Wenn der Basiswert unter diesen Basispreis fällt , dann ist die Put-Option im Geld und wirft also bei fallendem Basiswert Gewinn ab.
 
 
 
                                                                                1.5 Die Niedrig-Zins-Phase:       Ursachen und Wirkungen
 
 
 
Zur Zeit erleben wir eine ausgeprägte Niedrig-Zins-Phase. Anleger in „sicheren Anlagen verlieren real Geld , weil der Zins unterhalb der Inflation liegt. In Dtld. ist dies seit 2010 der Fall und wird wohl noch längere Zeit so bleiben. Pro Jahr verliert der deutsche Sparer so 60  70 Mrd Ђ an Zinseinnahmen.
Die  wenigsten machen sich allerdings klar , warum dies so ist. Die Antwort:  Der deutsche Sparer /Anleger zahlt  die Zeche für den Euro.
Grund Nr.1:
Die EZB (europäische Zentralbank) legt den Leitzins  nämlich nicht nach den Erfordernissen der deutschen Wirtschaft fest , sondern nach den Erfordernissen der schwächsten Mitglieder des Euroraumes. Die schwache Wirtschaftslage in Südeuropa erfordert eben die niedrigen Zinsen , um die Konjunktur zu stützen.
Grund Nr.2:
Niedrige Zinsen erleichtern den hochverschuldeten Staaten den Schuldendienst.
Grund Nr.3:
Eine beliebte Methode ist es , die Staatsschulden einfach „weg-zu-inflationieren.
Die ZB kauft Staatsanleihen kriselnder Eurostaaten auf und bringt damit Geld in Umlauf.
Die Notenpresse rotiert; die darauf mögliche Inflation ist von den Regierungen gern gesehen , denn Inflation entwertet Geld und damit entwertet sie auch die Staatsschuld. Die Schulden werden ohne Sparanstrengungen effektiv kleiner. Wer zahlt ist wieder der Sparer: sein Erspartes verliert an Wert.
So haben sich z.B. die USA nach dem 2. Weltkrieg entschuldet.
 
Durch den niedrigen Leitzins werden im Grunde die Lasten von den Schuldnern auf die Gläubiger  übertragen.  -  Wie kann sich nun der Anleger dagegen positionieren?
Anleihen von Emittenten etwas geringerer Bonität kaufen
Fremdwährungsanleihen aus Regionen mit höherem Zinsniveau
nachrangige Bankanleihen
evt. Aktienanleihen
Aktien , dabei neben dem Kurspotential auf gute Dividendenrendite achten
viele Kaufen Immobilien; diese eignen sich aber nur bedingt , da die Preise auch stark angezogen haben.
 
N.B.: In einer Niedrigzinsphase längerfristige Anlagezeiträume meiden. Sonst passiert folgendes: Die Zinsen steigen wieder, aber man ist in niedrig verzinsten Festgeldern, Stufenzins-/Schatzanleihen etc. fest investiert, bekommt dann Zinsen unterhalb des Marktniveaus und kann sich von den Papieren auch nur unter Kursverlusten wieder trennen
 
Parallel zur Niedrigzinspolitik rotiert die Geldnotenpresse.
Die wichtigsten Notenbanken    (Federal Reserve , EZB, Bank of England und Bank of Japan)
haben seit der Finanzkrise 2008 rund 6 Billionen US-Dollar an neuem Geld geschaffen.
Das reicht aus , um eine 6spurige Autobahn aus 100-Dollar-Noten zweimal um den Globus zu legen.
 
Die
Zinsstrukturkurve  ein interessanter Indikator für Rezession
Dieser Indikator hat bislang noch jeden großen Crash im voraus angezeigt.
Normalerweise sind kurzfristige Zinssätze niedriger als langfristige.
Das liegt daran , dass eine längere Laufzeit für den Investor höhere Risiken beinhaltet; über eine längere Zukunft kann schließlich viel passieren.
  Wenn sich nun dieses Verhältnis umkehrt , spricht man von einer inversen Zinsstrukturkurve.
Das ist ein Vorbote für eine Rezession und somit ein Signal , aus Aktien auszusteigen.
Der Grund kann z.B. eine Geldknappheit am Markt sein , bei gleichzeitigem kurzfristigen Kapitalbedarf der Unternehmen. Diese sind dann gezwungen , zu relativ höhen Zinsen kurzfristige Kredie aufzunehmen.
Die Grundsäulen des Anlegers:
--50 % oder mehr Unternehmens  und Staatsanleihen
--50%       Aktien ,substanzstarke Blue-Chips mit guter Dividendenrendite (mind. 3%)
ETFs mit diversifizierten regionalen Schwerpunkten (Europa, Asien ,
Jaspan, emerging Markets usw.)
--Zur Beimichung je nach Marktlage:  Rohstoffe, Zertifikate
 
 
                                                                                                                    
 S         L
                                                                                                                     
S         L
                                                                                                                    
 S         L
                                                                       
 1.6   Geld parken                 S   R   L    
             
     a)  Tagesgeld                                                                                       
Wie der Name sagt: täglich verfügbar. Außerdem i.d.R.  keine Gebühren
Die Verzinsung ist abhängig vom Leitzins der Zentralbank und kann von der kontoführenden Bank zu jeder Zeit geändert werden. Im Zuge der Eurokrise ist die Verzinsung aktuell (2015) auf nahezu Null gesunken. Das Tagesgeldkonto ist ein Guthaben-Konto. Im Gegensatz zum Girokonto , welches für den täglichen Zahlungsverkehr da ist  , kann sein Guthaben nicht unter Null sinken.
  Das Tagesgeldkonto hat keine Gebühren und ist insoweit besser als ein Geldmarktfond.
Im Vergleich zum Sparbuch ist es praktischer , da das Geld jeder Zeit in unbegrenzter Höhe abgehoben werden kann.
     b) Geldmarktfonnds
die Anteile sind jederzeit handelbar , aber mit Gebühren verbunden, die die Rendite schmälern
(teilweise) Ausgabeaufschlag , Verwaltungsgebühr, Depot-Gebühr
außerdem weniger sicher , da manchmal auch Geldmarktfonds durch Spekulationen ins Minus gerutscht sind
c)
Festgeldern
Das Geld wird für eine bestimmte Laufzeit zu einem bestimmten Zinssatz angelegt.
Die Laufzeit liegt zw. 1 Monat und 7 Jahren. Die Zinssätze liegen oberhalb derer von Tagesgeld und Geldmarktfonds.
Festgeld unterliegt im Gegensatz zu Anleihen (s.u.) der gesetzlichen Einlagensicherung. Es ist damit eine besonders sichere Anlageform.
Eine Anlage in Festgeld macht nur Sinn  , wenn man sicher ist , den Betrag über den Anlagezeitraum nicht zu benötigen. Während der Laufzeit kann man nicht über die Anlage verfügen.
d)
Sparbuch
Das gute alte Sparbuch  ja auch das gibt es noch.
Die einzige Bedingung beim Sparbuch ist , dass man erst nach 3 Monaten regulär an sein Geld kommt. Deshalb heißen sie auch „Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist. Möchte man vorher an sein Geld , darf die Bank Strafzinsen berechnen.
 
All diesen Anlageformen gemeinsam ist: Sie sind sehr sicher und liquide, aber bieten im aktuellen Marktumfeld nur sehr wenig Rendite (unterhalb der Inflationsrate). D.h. Es kommt zu realem Vermögensverlust. Daher eignen sie sich nur für das kurzzeitige Parken von Geld.
 
 
                                                                       1.7  Kontoeröffnung für Brasilianer
 
 
  Es ist technisch unkompliziert , als Brasilianer ein Konto z.B. in Deutschland zu eröffnen.
Voraussetzung sind allerdings solide Englisch-Kenntnisse , denn Portugiesisch beherrscht in Deutschland fast niemand. Ein solches Konto notiert in Euro und die Vorteile liegen auf der Hand:
Der brasilianische Investor macht sich ein Stück weit unabhängig von Unsicherheiten der brasilianischen Währung. Immerhin hat es in Brasilien in den letzten xx Jahren xx Währungsreformen gegeben.Außerdem profitiert er von einer möglichen Aufwertung des Euro gegenüber dem Real. Andererseits trägt er natürlich auch das Währungsrisiko einer Abwertung des Euro.
 
Ende Januar 2015 :  1 euro  = ca. 3 R$              Ende April 2015   1 euro =   ca.  3,4 R$
 
d.h. Innerhalb  nur 4 Monaten hat hier der Euro gegenüber dem Real um ca. 13% an Wert zugelegt.
Dazu kam es , obwohl die bras. Zentralbank in dieser Periode den Leitzins auf ein sehr hohes Niveau von 13,24 Prozent angehoben hat. Daraus kann man schließen , dass der Real aufgrund der hohen Inflation und der niedrigen Rohstoffpreise tendenziell schwach ist.
Es kann also durchaus interessant sein , ein Fremdwährungskonto in Euro zu etablieren.
 
Als Brasilianer ist es auch  ohne Wohnsitz in Deutschland problemlos möglich,  ein Konto bei einer deutschen Filialbank zu eröffnen. Exemplarisch hat sich der Autor bei der
Commerzbank erkundigt , welche Nachweise verlangt werden. Die Commerzbank verfügt mit 1200 Filialen über eines der dichtesten Netze in Deutschland und ihre Beratung wurde mehrfach in der Fachpresse ausgezeichnet.
Zur Kontoeröffnung ist
 persönliches Erscheinen  Voraussetzung. Dabei sind folgende Dokumente mitzubringen:
(Stand  Mai 2015 , Änderungen möglich , es ist angeraten , sich vorab telefonisch zu erkundigen)
 
Reisepass
 
Bescheinigung der brasilianischen Finanzbehörden , dass eine
Steuerpflicht in Brasilien vorliegt.
Beglaubigte Übersetzung in Deutsch oder Englisch.
In Deutschland besteht dann keine Steuerpflicht auf Kapitalerträge.
 
Meldebescheinigung
In Dtld. besteht Meldepflicht. Deshalb sind die Bewohner bei der Gemeinde registriert und dort kann jederzeit eine Meldebescheinigung ausgestellt werden.
Wegen der fehlenden Meldepflicht ist dies  in Brasilien nicht üblich  , sondern es werden Rechnungsschreiben von Strom  oder  Gasanbietern und ähnliches als Adressnachweis benutzt.
Hier kommt es im Einzelfall auf die Bank an , ob sie so etwas anerkennt.
Sicherheitshalber sollte man trotzdem versuchen , von der Gemeinde eine Meldebescheinigung zu erlangen. Auch hier gilt: Beglaubigte Übersetzung in Deutsch oder Englisch.
 
Wertpapierdepot.
Wertpapiere werden bei der Bank in einem Wertpapierdepot hinterlegt. Dafür fallen Depotgebühren an die entweder vierteljährlich oder jährlich berechnet werden. Die Höhe der Gebühren richtet sich nach dem Depotmodell, wobei unterschiedliche Depotmodelle unterschiedliche Serviceleistungen beinhalten.
Wer häufiger Umschichtungen vornimmt , sollte sich das „ Premium Depot der Commerzbank einmal ansehen , bei welchem Transaktionskosten und Ausgabeaufschläge schon im Preis enthalten sind.

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